Ein Denkmal für Dresden
Am 13. Februar 1945 zerstörten britische und amerikanische Bomberverbände die bis dahin vom alliierten Luftterror verschonte Kunst- und Kulturstadt Dresden. Über Jahrhunderte als Sitz sächsischer Kurfürsten und Könige zu weltbekanntem Ruhm erlangt, verlor Dresden in dieser Nacht für immer seine Seele. Die Stadt mit all ihren Menschen, ihren Kunst- und Kulturschätzen versank im Höllenschlund aus Bomben und Feuer. Das alliierte Kriegsverbrechen von Dresden wird verharmlost und all seine Opfer verhöhnt und verleugnet. Ein wirkliches Denkmal, als Ort der Erinnerung an die Zerstörung Dresdens, existiert bis heute nicht.

Im Zuge der am 14. Februar 1942 erlassenen „Area Bombing Directive“, der direkten Anweisung des britischen Luftfahrtministeriums zum Flächenbombardement, flogen zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 britische und amerikanische Luftstreitkräfte vier Angriffswellen gegen die sächsische Kunst- und Kulturstadt Dresden. Bereits während der ersten beiden Angriffswellen, 22:03 Uhr sowie 1:23 Uhr, in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945, warfen 773 britische Bomber eine Bombenlast von 2400 Tonnen über Dresden ab.
Binnen weniger Minuten wurde die Altstadt in Brand gesetzt. Beide Bombardements umfassten ein Gebiet von 15 Quadratkilometern. Bei den darauf folgenden Tagesangriffen amerikanischer Luftstreitkräfte am 14. und 15. Februar brachten insgesamt mehr als 500 Bomber, begleitet von bis zu 200 Jägern, mit dem Abwurf einer Bombenlast von 1234 Tonnen abermals Tod und Verderben über die geschundene Elbestadt. Unter der Führung von Sir Arthur Travers Harris wurden von der Royal Air Force (RAF) zahlreiche deutsche Städte schwer zerstört, so etwa Hamburg (Juli/August 1943), Braunschweig (15. Oktober 1944), Magdeburg (16. Januar 1945), Dresden (13. – 15. Februar 1945), Pforzheim (23. Februar 1945), Mainz (27. Februar 1945), Würzburg (16. März 1945) und Hildesheim (22. März 1945).
Der seit Februar 1942 Oberkommandierende des Bomber Command der RAF war ein glühender Verfechter des so genannten „Moral Bombing“, also dem Flächenbombardement um die Moral und den Widerstandswillen der deutschen Bevölkerung zu brechen. Dass dies auch ganz bewusst die Vernichtung ziviler Ziele einbezog verdeutlicht ein Zitat des RAF-Stabschefs, ab 1944 Marschall der Royal Air Force und ebenfalls Verfechter der Flächenangriffsstrategie, Sir Charles Portal.
„Ich nehme an, dass klar ist, dass die Ziele bebaute Gebiete und nicht z. B. Schiffswerften oder Flugzeugwerke lt. Anhang A sein werden. Dies muss jedem klargemacht werden, falls es noch nicht so verstanden worden ist.“
„Die Vernichtung der Stadt Dresden und ihrer Bevölkerung“
Aus der irischen Abendzeitung „Evening Press“ vom 30. Juli 1992:
„Der Nachrichtenoffizier, so schreibt Dr. O´Flanagan, eröffnete seine Befehlsausgabe mit einer Bemerkung, die vielen der Bombenpiloten sehr barbarisch erschien: ‚Sie sind in die Air Force eingetreten, um Deutsche zu töten, und genau das werden sie heute Nacht tun.‘ Und er fuhr fort: ‚In dieser Nacht hat das Unternehmen nur einen Zweck – die Stadt und ihre Bevölkerung zu vernichten.‘ Es gab diesmal keine der sonst üblichen Beschönigungen, das Ziel sei ein Rüstungsbetrieb.
Die Angriffe trafen Dresden völlig unvorbereitet. Sie trafen ein Dresden, seine 650.000 Einwohner, eine Kunst- und Lazarettstadt, die allein durch die anhaltenden Flüchtlingsströme mit insgesamt 1.250.000 Menschen überfüllt war, und weder über Luftschutzbunker noch Flakschutzeinrichtungen verfügte. Im Rahmen der alliierten Angriffe auf Dresden, geplant unter dem Namen ‚Clarion‘ wurden insgesamt 9.000 viermotorige Bomber, einmotorige Jäger und Jagdbomber eingesetzt.
Der erste Angriff erfolgte am 13. Februar 1945, 21.30 Uhr, und dauerte 30 Minuten. In dieser Zeit regneten 460.000 Stabbrandbomben und Phosphorkanister, 3.000 Luftminen und Sprengbomben auf die Stadt und ihre Menschen. Während für den ersten Angriff noch ‚Christbäume‘ und farbige Zielmarkierungen den Bombern die Richtung wiesen, war dies für den zweiten Angriff nicht mehr erforderlich. Das Dresdner Flammenmeer auf einer Flache von 15 Quadratkilometern machte dieses überflüssig. Am 14. Februar 1945, 0.30 Uhr, erfolgte der zweite Angriff. Er dauerte 35 Minuten und bescherte dem brennenden Dresden und seinen Menschen 280.000 Brandbomben und Phosphorkanister nebst 11.000 Sprengbomben und Luftminen. Am neu aufziehenden Tag stand eine 10 km hohe Rauchwolke über der Stadt.
Der Dokumentarfilm, der im Auftrag der Reichsregierung gedreht wurde, fiel in alliierte Hände und verschwand. Einzig die im Film festgehaltenen Leichenberge wurden benötigt, herausgeschnitten und zur Bebilderung „deutscher Verbrechen“ verwendet. Insgesamt wurden 480.000 Tote amtlich erfaßt. Darunter befanden sich:
- 37.000 tote Kleinkinder und Säuglinge
- 46.000 tote schulpflichtige Kinder
- 55.000 tote Kriegsverletzte, Ärzte und Pflegepersonal
- 12.000 tote Rettungsmannschaften von Feuerwehr, Wehrmacht, Sanitäter, Luftschutzhelfer
- 330.000 tote Jugendliche, Frauen und Männer jeden Alters.“
(Beilage der „Kommentare zur Zeitgeschichte“, Sonderfolge 562)